Chilton Talentmaker

Orgel mit auswechselbaren optischen Folienplatten
Die Europäische Optigan. Produziert Mitte der 70er in Italien. Patent 1973 by Chilton Corporation, Torrance, California.

Die "Optical Disk" besteht aus flexibler Folie und ist mit jeweils einer Lichttonspur für jede Taste und vier Effektspuren. Die Effektspuren werden über die entsprechenden Tasten entweder zeitweise oder dauernd geschaltet. Meistens sind Rythmen auf die Effektspuren gelegt, die natürlich aus geloopten Live-Mitschnitten bestehen. Die Geschwindigkeit, bzw. die Tonhöhe wird mit dem Pitch Regler eingestellt, der im Prinzip nur die Motorgeschwindigkeit regelt.

Durch die einzelnen Tonspuren ist die Orgel voll Polyphon spielbar. Die einzelnen Töne werden zusätzlich über eine Matrix gemischt und bilden die Begleitautomatik. Zusätzlich wird über diese Akkord-Tasten auch der Rhythmus zugeschaltet. Der Balance Regler regelt das Lautstärkeverhältnis Rhythmus oder Effekt und Orgel Sound. Als Orgelsounds gibt es diverse Hammondsounds, die relativ gut klingen, da es sich ja eigentlich um eine "Kinderorgel" handelt. Über den Preis und veröffentlichten Sound Disks, sowie anderen Orgelmodellen ist mir nichts bekannt.
 

Die Tonerzeugung erfolgt mit dieser 220 Volt Wechselstromlampe, die aus Gründen der optischen Brummeinstreung und wegen der längeren Lebensdauer mit 110 Volt Gleichspannung betrieben wird. Sie ist ca. 15 cm lang und besitzt das große Edison Gewinde. Über die Leistung sind keine Angaben ersichtlich. Falls jemand weiß, wo man diese Lampen bekommen könnte, bitte ,mail an mich. Gegenüber ist die Leiste mit den Fotozellen angebracht. Die Gehäuserückwand schließt relativ Lichtdicht, da sonst optische Störungen auftreten, z.B. Brummen bei Kunstlicht.

Viel gibt es dann auch nicht mehr zu schreiben, denn viel mehr ist nicht drin in der Orgel. Neben den Tastenkontakten und dem Plattenlaufwerk mit Lampe und Fotozelle gibt es nur noch den Verstärker mit Netzteil, ein Schwellpedal und den Lautsprecher. Einfach aber genial und man fragt sich, warum sich diese Art der Klangerzeugung nicht durchsetzen konnte (zumindest für den Spielzeugmarkt), denn Gleichwertiges konnte man auch Jahre später noch nicht vollelektronisch erreichen und meine Chilton funktioniert immer noch sehr gut, waren wohl brave Kinder !


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