Simmons SDS V

Das E Drum schlecht hin. Durch seinen einzigartigen Klang emanzipierte das SDS V die elektronischen Trommeln. Das SDS V klang nicht mehr nach 70er Jahre Heimorgel Beatbox mit Plöpp und Zischgeräuschen. Es ist anschlagdynamisch spielbar und liefert einen Wumms der seines Gleichen sucht. Das hängt sicherlich auch mit der umfangreichen analogen Klangerzeugung zusammen. Der aus einem Dreieck Wellen VCO gelieferte Ton wird gerade mal über ein RC Glied der Sinusform genähert und gelangt dann ungefiltert zum Ausgangsmischer. Das Rauschen läuft über einen SSM 2044 4Pol VCF. Die Module für Snare, Bassdrum und Toms sitzen auf der gleichen Platine, nur einige Bauteilwerte kommen hinzu oder wurden geändert.

Die Rückseite des 19" Gehäuses zeigt die Bühnentauglichkeit des Gerätes. Alle Pads werden mit XLR Kabeln angeschlossen. Die Einzel-, Stereo- und Mix Outputs können auch direkt mit XLR an ein Mischpult verkabel werden. Eine XLR Buchse dient zum Fussschalter Anschluss des Hi Hat Pedals. Unter jedem Kanal ist noch ein 15 Volt Triggereingang für den Simmons Sequenzer SDS 6 oder Ähnliches.



Standard Tom Modul

Das SDS V dient nicht wirklich als Synthesizer, sondern eher als elektronische Schlagzeugimitation. Man kann also ziemlich abgefahrene Drum Sounds erzeugen, aber richtige Pleeps und Blinks eines Analogsynthesizers oder eine TR 808 Bass Drum wird man nicht hinbekommen. Das liegt auch an den Regelbereichen der Regler und kann durch Modifikationen sicherlich geändert werden. Aber wer verbastelt schon gerne ein funktionierendes SDS V.

Bei jedem Modul kann der Rauschanteil (Noise), die Tonhöhe (Tone), die Intensität der Tonhöhenmodulation (Bend), die Ausklanglänge (Decay), das Mischverhältnis Rausch und Tonsignal, sowie das Mischverhältnis Gesamt und Click Signal eingestelt werden.
Jedes Modul enthält ein festes Werkspreset (Taster 1), 2 mittels Trimmpotis einstellbare Presets (Taster 3 und 4) und die mit großen Reglern regelbare Einstellung (Taste 2). 4 Leuchtdioden zeigen das aktive Preset und eine LED zeigt den Trigger Impuls an.

Beim Snare Modul kommt ein 2. VCO zum Einsatz, bei der Bassdrum sind einige Bauteile ausgetauscht oder gebrückt.

Weniger bekannt sind die HiHat und Cymbal Module. Das Hi Hat kann mittels Fussregler (siehe oben) geöffnet und geschlossen werden und erzeugt auch beim "Schliessen" (Stomp) des Reglers einen leisen Sound. Also wie beim echten HiHat. Das Analoge HiHat Modul nutzt den 2. VCO um den 1. VCO in der Frequenz zu modulieren, sozusagen um den Klang, ähnlich einem Ringmodulator, metallisch klingen zu lassen. Zusätzlich wird mittels Leiterbahnseitig aufgelöteten Widerstand das Rauschsignal zur Modulation des VCOs hergenommen.

Die Cymbals gab es scheinbar in einer analogen und einer 8Bit Eprom Version. Eine Platine mit Eprom und Steuerelektronik wurde auf die Modulplatine angesetzt. Oben sieht man die Platine des digitalen HiHat Moduls. Auf der Huckepack Platine ein EProm mit 8 Bit HiHat Sound.

Die 6 eckigen Simmons Pads sind das auffälligste am ganzen SDS V und verhalfen sicher auch wegen dem orginellen Design diesem Gerät zu seiner Popularität.

Das SDS V ist Kult seit dem Rockpalast Anfang der 80er Jahre in dem Saga und Spliff das Gerät Life vorführten. Auch auf Paul Young Scheiben hörte man das SDS V raus. Aber die Technik entwickelte sich weiter und jeder wollte EProm basierte "Natur E-Drums". Auch wenn es im analogen Bereich einige Konkurrenz an E Drums gab, kam keine Firma an den typischen Simmons Sound der 80er Jahre heran. Und nachdem so ein E Drum Set für Bühnentechniker ziemlich praktisch ist, kam es auch vor, dass Punk Konzerte mit E Drums beschallt wurden. Hab ich selbst erlebt und ich frag mich, wann das wieder kommt. Ok, ich bin da ein bisschen parteiisch, aber ein Simmons ist ein Simmons ist ein Simmons....

Simmons Homepage England
Simmons Homepage von Wolfgang Stölzle

Vielen Dank an Wolfgang Stölzle und Michael Bucher für Bilder (siehe oben) und Informationen. Wölfgangs Seite ist noch im Aufbau (wie meine ;-) ) und es lohnt sich für den Simmons Fan der alles weiß, denn dort findet man sicher immer noch etwas, was noch nicht bekannt war!

 


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