Simmons SDS 9

Das SDS 9 ist ähnlich dem SDS 8(00) ein komplettes E-Drumset. Hier wird sehr deutlich, dass die Simmons Philosophie nicht die eines Synthesizers war, sondern dazu diente möglichst "natürliche" Drumsounds synthetisch zu erzeugen. Dies allerdings mit einer Dynamik und einem Sound, die dem Durchschnittsschlagzeuger der 80er Jahre als Bühnensound oft verwehrt war. Noch dazu konnte man ja jetzt auch leise Üben oder selbst Aufnahmen machen. Das SDS 9 konnte dies jetzt auch mit Midi.

Zum SDS9 gabs eigene Pads, die sich nicht wesentlich von der 2. Auflage der gummierten Pads unterschied. Das Snare Pad hatte allerdings für Rim Sounds einen 2. Trigger am Rand eingebaut.

Die Sounderzeugung der Snare mit Rim ist dementsprechend aufwendig konstruiert. Es gibt jeweils 1 Eprom für den Snare Sound und im Rim Kanal je 1 EProm für einen Crossstick und Rim Sound. Die Eproms sind von aussen wechselbar und jeder Steckplatz ist von 16kbyte auf 32kbyte Eproms umschaltbar. Logisch, dass da nicht nur die Werksounds eingesetzt wurden. Von Cowbell bis "Explosion" konnte man ja alles auf diese Soundchips brennen. Das Decay, Bend, Pitch, Tune und Filter kann man wie gewohnt pro Kanal einstellen. Dazu auch das Mischverhältniss von Snare Kanal und Rim Kanal. Zur Snare kann man noch ein Rauschsignal dazumischen. Im Rim Kanal kann das Mischverhältnis der beiden EProm-Sounds eingestellt werden.

Das Bass Drum Signal wird komplett virtuell im Rechner erzeugt, demnach gibt es auch nicht ganz soviel zum einstellen.

Die 3 Tom Kanäle werden in bewährter Simmons Manier Analog mit CEM 3394 ICs erzeugt. Dieses IC beinhaltet eine komplette Synthesizer Stimme mit VCO, VCF und VCA. Die Hüllkurven und das Rauschsignal werden analog erzeugt. Die Triggerein- und Audioausgänge werden durch die Sensitivity und Volume Regler beeinflusst, die direkt im Signalweg liegen. Die Reglerwerte in der senkrechten Poti Reihe stellen die Drumsound Parameter ein und werden digitalisiert.

Für jeden Kanal gibt es 6,3mm Klinkenbuchsen für die Triggereingänge und Einzelausgänge, sowie Stereo- und Mix Ausgang und einen Fussschalteranschluss zur Programmumschaltung. Ein Sequenzer kann die Kanäle auch über einen DIN Buchseneingang ansteuern. Zwei weitere Din Buchsen für das Midi Interface.

Neben dem Netzschalter gibt es noch einen Kopfhörerausgang in Stereo.

Im Inneren sieht man unten links die Mikrocontroller und das Betriebssystem EProm. Darüber die 3 Steckplätze für die Sound Eproms. Dazwischen liegen die AD/DA Wandler und der Filter/VCA für die EProms.Rechts im Bild ist die analoge Klangerzeugung für die 3 Tom Kanäle. In der Mitte ist eine Reihe mit OTAs und OPAmps die als Sample&Hold Stufe für die Steuerspannungen dienen. Das muss man nicht unbedingt wissen, denn ohne Schaltplan ist man spätestens hier bei der Fehlersuche auf verlorenen Posten ;-)

Das SDS9 bietet 20 Preset Drumsets und 20 frei programmierbare Speicherplätze. Die Taster haben im Programmier- und Abspielmodus unterschiedliche Funktionen. Die meisten sind durch die Beschriftung der Frontplatte ersichtlich, die anderen stehen nur in der Bedienanleitung. Das macht die Programmierung relativ einfach, da war Simmons schon immer gut mit :-)

Ganz besonders sind die Auto Trigger Funktionen zu erwähnen. Es können reihum alle 6 Sounds (Rim und Snare einzeln) automatisch angetriggert werden. Das macht eine abmischen recht einfach. Das Tempo und Triggerstärke sind dabei einstellbar. Im Programmiermodus kann dieser Autotrigger auch auf einen einzelnen Kanal gelegt werden, dann hat man 2 Hände zum "schrauben" frei. Dies gibts dann auch noch mit 5 ansteigenden Dynamikwerten, so dass man den Sound auch von der Anschlagdynamik her richtig programmieren kann. Wer lieber mit der Hand triggert kann dafür die eingebauten Taster verwenden, es müssen also keine Pads angeschlossen werden.

Es gibt auch noch einige Kopierfunktionen die das Leben leichter machen. So muss man nur ein Tom Sound einstellen und kann dies auf die anderen 2 Kanäle übernehmen. Die Stimmung bleibt dabei einem richtigen Schlagzeug entsprechend erhalten. Auch kann man einzelne Kanäle aus einem Set in einen Kanal eines anderen Sets kopieren, sich also beliebig viele Sets aus z.B. 10 Sounds erstellen. Diverse Sets können dann in eine Reihenfolge programmiert werden, die mittels Fusstaster durchgesteppt werden kann.

Als Bonus gibts dann noch eine Slap Back / Echo Funktion. Verzögerung und Wiederholung können eingestellt werden. Bei Trommelwirbeln wird das Echo nur auf den letzten Schlag gelegt. Das ist dadurch möglich, weil es sich nicht um ein echtes Echogerät handelt, sondern lediglich die Triggerimpulse automatisch wiederholt werden.

Allein schon wegen dem Midi ein nettes Soundspielzeug, in der Bass Drum etwas eingeschränkt und vom Format her etwas sperrig. Soundbastler und Midi Freaks sollten da lieber das SDS 1000 nehmen, aber EProm Frickler und Übungsschlagzeuger komme hier voll auf ihre Kosten.



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