Busch Synthesizertechnik 2073

Kein direktes Rhythmusgerät und auch kein DIY, aber durchaus erwähnenswert. Wohl noch mitte der 80er Jahre brachte die Firma Busch diverse Elektronik Experimentierkästen heraus. Darunter auch das Modell 2073 "Synthesizertechnik". Der Kasten basiert auf den Soundchip SN 76477, wie er in viele Flipper und Spielautomaten eingebaut wurde. Genauere Beschreibungen, Datenblatt und Schaltungsvorschläge finden sich im Netz. Hier kurz die Beschreibung eines Versuchsaufbaus der "elektronisches Schlagzeug" genannt wird.

Der SN 76477 besteht aus einem LFO (hier SLF), einem VCO mit regelbarer Pulsbreite (hier Pitch genannt) und einem Rauschgenerator als Signalquelle. Der SLF moduliert mit einem Dreieck Signal den VCO oder zerhackt die Signalquellen in dem "Mixer" mit einem Rechteck Signal. Mit TTL Pegeleingängen wird der Mixer programmiert, was er zu tun hat. Man kann so jedes Soundmodul einzeln (der SLF reicht bis in den Audio Bereich) oder entsprechend kombiniert an den Audio Ausgang geben.

Die Hüllkurve ist ein bisschen komplexer aufgebaut als im obigen Blockschaltbild angegeben. Ein "One Shot" genanntes Modul erzeugt mittels Mono Flop einen in der Länge variierbaren Gate Impuls. Der Hüllkurvengenerator bietet eine Attack und Decay Einstellung, wobei das Decay eigentlich ein Release ist und erst nach abschalten des Gate den Klang leiser werden lässt.

Auch die Steuereingänge des One Shots sind TTL Eingänge und konnten direkt aus einem Logikbaustein gesteuert werden, was in einem erweiterten Versuch mit einem Zusatzbaukasten auch gemacht wird.

In unserem Fall wird ein kurzes Decay eingestellt und entweder der VCO oder der Rauschgenerator über den Mixer Eingang aktiviert. Der kleine Drummer ist also monophon, aber hat immerhin 2 Instrumente. Er erinnert damit an die ersten Halbautomaten in elektronischen Heimorgeln, die mit dem Bass Pedal und des Untermanuals ein Zisch und ein Bumm zufügten, was meist auch passte.

 

Im Original werden die Drahtverbindungen mit dünner Litze die mittels Plastik Propf an den Kontaktbuchsen befestigt werden geschaltet. Die Plastikpfropfen waren aber leider nicht mehr mit dabei, deswegen behalf ich mir mit 2,6mm Bananensteckern die es auch im Elektronikfachhandel zu kaufen gibt und bei diversen bekannten HO Eisenbahnanlagen verwendet werden. Soundmässig fehlts bei dem Chip natürlich weit um an eine gute Drum Box hinzukommen, trotzdem ist es beachtlich, dass dieses Thema in einem Experimentierkasten behandelt wird.

 

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